
Reform der Psychotherapeutenausbildung ist überfällig. Das stellte die 5. Bundeskonferenz der Psychotherapeuten in Ausbildung (Bundeskonferenz PiA) am 27. 9. in Berlin fest. „Zwei Probleme müssen dringend gelöst werden“, erklärte Robin Siegel, neuer Sprecher der Bundeskonferenz PiA.
Erstens wird die klinische Arbeit während der praktischen Tätigkeit der PiA nach wie vor schlecht oder gar nicht bezahlt, obwohl eine qualitativ hochwertige Arbeit durchgeführt wird und eine exzellente Qualifikation erworben wird. Dieser Misstand muss dringend behoben werden.
Zweitens sei nach der Umstellung der Studiengänge auf die Bachelor- und Mastersystematik nicht mehr klar, was angehende Psychotherapeuten an einer Universität oder Fachhochschule studieren müssen, um zu einer postgraduale Psychotherapeutenausbildung zugelassen zu werden. „Die Zahl der Studierenden in den neuen Studiengängen wächst rasant. Für sie brauchen wir konkrete und bundeseinheitliche Regelungen. Wir fordern daher eine baldige Klärung der Zugangsvoraussetzungen, die die bisherigen Zugänge ausgewogen berücksichtigt.“, so Siegel.
Die Bundeskonferenz PiA ist das Treffen der Landessprecher der Psychologischen Psychotherapeuten in Ausbildung und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten in Ausbildung. Robin Siegel aus NRW wurde zum neuen Sprecher gewählt. Stuart Massey Skatulla (Hessen) und Wiebke Rappen (Bremen) wurden in ihren Ämtern als stellvertretende Sprecher für ein weiteres Jahr bestätigt.
Für die Bundeskonferenz PiA,
Stuart Massey Skatulla, Wiebke Rappen, Robin Siegel
Dabei handelt es sich um das Treffen der LandessprecherInnen von Kinder- und
JugendlichenpsychotherapeutInnen in Ausbildung (KJPiA) und Psychologischen
PsychotherapeutInnen in Ausbildung (PPiA). Es waren 18 PiA-Vertreter aus elf
Bundesländern anwesend. Zentrales Anliegen war eine Abstimmung über das
Selbstverständnis und die Weiterentwicklung der Bundeskonferenz PiA. Neben der
Sprecherwahl der Bundeskonferenz PiA stand die Diskussion über die Erarbeitung
eines Leitfadens der Bundeskonferenz PiA im Mittelpunkt.
Nach der Begrüßung informierten Herr Lehndorfer vom Vorstand der BPtK sowie die
Mitarbeiter der Bundesgeschäftsstelle, Herr Klein-Heßling und Herr Schopohl, über
die aktuellen Entwicklungen des GKV-Versorgungsstrukturgesetzes und der
Psychotherapieausbildungsreform. Sie gaben darüber hinaus auch einen Ausblick
auf momentane und künftige Einsatzgebiete für Psychotherapeuten. Die bisherige
Entwicklung der Bundeskonferenz PiA und die Zusammenarbeit wurden begrüßt.
Im Anschluss wurden die Einflussmöglichkeiten der Bundeskonferenz PiA sowie der
einzelnen LandesprecherInnen in ihren Bundesländern diskutiert. In diesem
Austausch wurde deutlich, welche Impulse von der Bundeskonferenz PiA bisher
ausgegangen sind und welche in Zukunft ausgehen können. Als Beispiele sei hier
die Mobilisierung von PiA´s zur Sensibilisierung von Bundestagsabgeordneten für die
dringend notwendige Nachbearbeitung des Versorgungsstrukturgesetzes genannt.
Außerdem wurden neueste Reaktionen der Medien zur prekären
Ausbildungssituation gesichtet und diskutiert.
Es bleibt ein Anliegen der Bundeskonferenz PiA, auf die weiterhin
höchstproblematischen Ausbildungsbedingungen aufmerksam zu machen. Aufgrund
der schwierigen Ausbildungssituation, insbesondere während der praktischen
Tätigkeit, die immer noch überwiegend schlecht oder gar nicht bezahlt wird, sollte
das Thema auch im Berufsstand sowie öffentlich weiter diskutiert werden. Darüber
hinaus wünscht sich die Bundeskonferenz PiA eine baldige und wohlwollende
Einigung bezüglich der Zugangsvoraussetzungen für eine künftige
psychotherapeutische Ausbildung, da immer mehr Studierende mit Master-Abschluss
konkreter Regelungen bedürfen.
Für das kommende Jahr wurde Robin Siegel (NRW-PP-VT) zum neuen Sprecher der
Bundeskonferenz PiA gewählt. Stuart Massey Skatulla (Hessen-KJP-TP) und Wiebke
Rappen (Bremen-PP-VT) wurden in ihren Ämtern als stellvertretende Sprecher für
ein weiteres Jahr bestätigt.
Die Verfahrensweisen und Ziele der Bundeskonferenz PiA sollen bis zur nächsten
Bundeskonferenz am 20. März 2012 verschriftlicht und dort gemeinsam abgestimmt
werden.
Für die Bundeskonferenz PiA,
Stuart Massey Skatulla,
Wiebke Rappen,
Robin Siegel.
18. Deutscher Psychotherapeutentag setzt auf Kompetenz und Kontinuität
Berlin, 14. Mai 2011: Der 18. Deutsche Psychotherapeutentag hat den bisherigen Vorstand
der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) erneut für vier Jahre in seinem Amt
bestätigt. Die deutsche Psychotherapeutenschaft entschied sich damit für Kompetenz
und Kontinuität in der Berufspolitik. Alter und neuer Präsident ist Prof. Dr. Rainer Richter.
„Unser Ziel ist eine bessere Versorgung psychisch kranker Menschen. Mit einer Reform
der Bedarfsplanung haben wir die Chance, monatelange Wartezeiten auf einen psychotherapeutischen
Behandlungsplatz zu verkürzen“, erklärt BPtK-Präsident Richter. „Wie
bereits in der letzten Amtsperiode werden wir uns zudem für eine Reform der Psychotherapeutenausbildung
einsetzen. Das deutsche Gesundheitssystem braucht qualifizierte
Psychotherapeuten. Wir sind daher überzeugt, dass wir gemeinsam mit der Bundes- und
Landespolitik Wege finden werden, das heute erreichte hohe Qualifikationsniveau weiter
zu sichern und für angehende Psychotherapeuten angemessene Ausbildungsbedingungen
zu schaffen.“ Als Vizepräsidenten wurden Monika Konitzer und Dr. Dietrich Munz und
als Beisitzer Andrea Mrazek, M.A., M.S., und Peter Lehndorfer wiedergewählt.
Am 10. April 2011 fand in Münster das 8. PiA-Forum NRW statt. Zentral waren dabei sowohl inhaltliche Punkte, als auch die jährliche Neuwahl der LandessprecherInnen und des Sprechergremiums. Das Treffen findet seit 2008 zweimal jährlich statt, um den "PiAs" die Möglichkeit zu geben, sich auszutauschen, gemeinsame Interessen zu formulieren und ihre Sprecher zu wählen, welche z.B. gegenüber der Landes- und Bundespsychotherapeutenkammer (LPtK bzw. BPtK) die Interessen des Nachwuchses vertreten. Als Sprecher wurde Robin Siegel in seinem Amt bestätigt, auch Felix Jansen wurde als Stellvertreter wiedergewählt. Johannes Geuter wurde für die nicht mehr zur Wahl angetretene Judith Seha gewählt, die vor dem erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung steht. Das PiA Forum NRW bedankt sich bei Judith Seha für die erfolgreiche und konstruktive Arbeit in den vergangenen zwei Jahren. "Wir freuen uns auf die künftige Zusammenarbeit", sagte Robin Siegel, "unsere Interessengebiete ergänzen sich optimal. Wir wollen jetzt auch verstärkt über unsere Aktivitäten informieren, da im letzten Jahr viele wichtige Prozesse angestoßen wurden", so Siegel weiter.
Darüber hinaus wurde auch das beratende Sprechergremium neu besetzt, so dass den neuen Sprechern eine breite, inhaltliche Unterstützung zur Seite gestellt ist.
Inhaltlich standen Für und Wider einer Musterweiterbildungsordnung im Vordergrund. Diese könnte einerseits neue Qualitätsstandards in Weiterbildungen festschreiben, aber z.B. auch weitere Zugangshürden zu Teilen des Psychotherapeutenberufes schaffen. Letzteres sahen die InstitutssprecherInnen kritisch, führen doch die hohen Ausbildungskosten und die z.T. ganz fehlende Bezahlung schon heute zu einer erheblichen wirtschaftlichen Belastung des psychotherapeutischen Nachwuchses in NRW. Gerade auch vor diesem Hintergrund wurde der Gesetzesentwurf zur Reform der Psychotherapeutenausbildung grundsätzlich begrüßt und befürwortet, wenn auch weiterhin punktuelle Kritik, beispielsweise bei den Zugansvoraussetzungen, besteht. Den InstitutssprecherInnen NRW ist daran gelegen, diese Punkte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, auch wenn der Entwurf der BPtK dem BMG bereits vorgelegt wurde.
Auf breite Zustimmung traf das Vorantreiben der dringend notwendigen Änderung der bestehenden Bedarfsplanung für Psychotherapie. Die SprecherInnen sind sich darin einig, dass die derzeitigen Strukturen einen krassen Missstand darstellen und somit eine adäquate und am tatsächlichen Bedarf orientierte Versorgung psychisch kranker Menschen nicht gewährleistet ist.
Hinsichtlich der Aufhebung der Befugniseinschränkungen wurde ebenfalls während des Forums diskutiert. Während die Befugnisse Einweisung in Kliniken, Notfalleinweisungen nach PsychKG sowie die Verordnung von Psychotherapie unterstützenden Heilmitteln als weitesgehend unstrittig gefordert wurden, konnte keine klare Position zur Ausstellung von AU-Bescheinigungen gefunden werden.
Auf einhellige Zustimmung traf hingegen die Empfehlung des 17. Bundespsychotherapeutentages, dass PiAs die Möglichkeit haben sollen Mitglieder der Landespsychotherapeutenkammern zu werden. Gerade vor dem Hintergrund, dass NRW hier gegenüber anderen Bundesländern Nachholbedarf hat, wurde dieser Willensbekundung des Deutschen Psychotherapeutentages begrüßt, da dadurch auch die über 1000 in NRW angehenden PsychotherapeutInnen die Möglichkeit zur eigenen Interessensvertretung in der Landeskammer bekämen.
Das nächste PiA-Forum NRW wird voraussichtlich Anfang November stattfinden.
Am 22.03.2011 fand die 4. Bundeskonferenz der Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) in Berlin statt. Es waren 15 PiA-Vertreter aus zehn Bundesländern anwesend. Zentrale Punkte der Diskussion waren die Reform der Psychotherapeutenausbildung, das neue Versorgungsgesetz (Reform der Bedarfsplanung), die Anträge zur Muster-Weiterbildungsordnung auf dem nächsten Deutschen Psychotherapeutentag (DPT) sowie die zukünftige Einbindung der PiA in ihre jeweiligen Landespsychotherapeutenkammern (z. B. unterschiedliche Formen der Mitgliedschaft).
Bei den Wahlen der PiA-Sprecher wurde Florian Hänke in seinem Amt als Sprecher der Bundeskonferenz PiA bestätigt (13 Ja-Stimmen, eine Enthaltung; Berlin). Als stellvertretende Sprecher wurden Stuart Massey Skatulla (13 Ja-Stimmen, eine Enthaltung; Hessen) und Wiebke Rappen (13 Ja-Stimmen, eine Enthaltung; Bremen) gewählt. Die Bundeskonferenz PiA bedankt sich bei Judith Seha für ihr wertvolles Engagement im letzten Jahr.
In einem kurzen Bericht stellten die PiA-Sprecher fest, dass 2010 ein sehr arbeitsintensives und spannendes Jahr für die Bundes-PiA-Vertretung war und das Gremium zunehmend um Stellungnahmen gebeten wird. Auf dem 16. DPT wurde eine historische Entscheidung zur Reform der Psychotherapeutenausbildung getroffen. Die Bundeskonferenz PiA hatte sich für eine solche Reform ausgesprochen und ein Statement der Bundeskonferenz PiA an die Delegierten des DPT geschickt. Auf dem 17. DPT hatte die Bundeskonferenz PiA erstmals eigene Anträge erfolgreich eingebracht. Zurzeit verfolgt die Bundeskonferenz PiA gespannt die Gespräche zwischen den Hoch- und Fachhochschulvertretern der Bereiche Soziale Arbeit/Pädagogik mit dem Vorstand der Bundespsychotherapeutenkammer über die aktuellen Zulassungsvoraussetzungen zur Psychotherapeutenausbildung. Die Bundeskonferenz PiA bekräftigte, dass sie sich für einen gemeinsamen Beruf der Psychotherapeuten einsetzt, der psychologische sowie pädagogische Zugänge berücksichtigt. Zudem muss durch eine Reform in jedem Falle die psychotherapeutische Versorgung für Kinder und Jugendliche nachhaltig gesichert werden. Von berufspolitischen Ränken nahm die Bundes-PiA-Vertretung Abstand.
12.12.2010
Abschließend standen auch die Neuwahl des Sprechergremiums und der PiA-Sprecher NRW auf der Tagesordnung. In das neue Sprechergremium wurden Felix Jansen, Robin Siegel, Gudrun Kürten und Thomas Geldmacher (alle VT, PP), Sonja Loske und Claudia Groneick (TP/PA, PP), Judith Seha und Sonja Plassmann (VT, KJP), sowie Susanne Bockenheimer (TP/PA, KJP) gewählt. Robin Siegel und Judith Seha wurden als Sprecher und Stellvertreterin wiedergewählt. Allerdings konnte auch der Posten des 2. Stellvertreters wieder besetzt werden. Als 2. Stellvertreter wurde Felix Jansen gewählt. Das nächste Treffen wird voraussichtlich im Oktober/November 2010 stattfinden.
Seit heute ist die neue Webseite der Psychotherapeutenkammer NRW online (www.ptk-nrw.de) online. Auf ihr findet sich auch das Fortbildungsprogramm u. a. mit Fortbildung zur Übergabe von Kassensitzen.
Fortbildungsprogramm der Psychotherapeutenkammer NRW